Geodätische Konstruktion
Geschichte
Walther Bauersfeld war es, welcher das erste neuzeitliche Beispiel einer geodätischen Form erfunden hatte. 1926 wurde das Planetarium der Carl-Zeiss-Werke eröffnet. Ab den 1940er Jahren entwickelte Buckminster Fuller die Technologie der geodätischen Kuppeln weiter. Hier fiel erstmals der Begriff “Geodesic“. An der Expo 1967 in Montreal erfuhr die Fuller-Kupperl Biosphère eine breite Aufmerksamkeit. Später wurden geodätische Kuppeln aus Holz zu einer beliebten Konstruktionsweise, speziell in der Architektur der US-amerikanischen Hippies. Heute findet Sie auch ausserhalb der Hippie-Szene grossen Anklang.
Vorteile
Geodätische Kuppeln zeichnen sich durch ihre hohe Stabilität sowie Windstabilität aus. Ebenfalls zu erwähnen ist das günstige Verhältnis von Material zu Volumen. Auch als Lebensraum bieten sie Vorteile wie z.B. der Schallverteilung und Luftzirkulation. Durch die Kugelform erhält das Domzelt während des ganzen Tages eine konstante Sonnenbestrahlung sowie die geringste Sonnenreflektion bei Gewächshäusern. In kühleren Jahreszeiten besteht somit eine bessere energetische Nutzung.
Konstruktion
Eine geodätische Kuppelzelt ist ein konvexes unregelmäßiges Polyeder. Es gilt für geodätische Kuppeln der eulersche Polyedersatz: Zahl der Ecken + Zahl der Flächen − Zahl der Kanten = 2. Meist werden für geodätische Kuppeln Dodekaeder oder Ikosaeder geometrisch transformiert, die durch Fünfecke bzw. Dreiecke definiert sind. Es ist aber möglich, durch entsprechende Unterteilung in Dreiecke alle platonischen Körperoder auch jegliche Polyedergeometrie in geodätische Strukturen umzuwandeln. Bei geodätischen Kuppelbauwerken (engl.: geo dome), die aus Dreiecken zusammengesetzt sind, ergeben diese zusammengefügten Dreiecke sowohl Sechsecke als auch Fünfecke.
